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Interview mit Mirko Ignatz

Den Bergbau, seine Menschen und Technik ...

Ramsbeck. Den Bergbau, seine Menschen und seine Technik erlebbar machen – das möchte Mirko Ignatz. Der 39-Jährige ist seit Anfang September neuer Leiter des Sauerländer Besucherbergwerks in Ramsbeck. Im Interview stellt er seine Ideen und Ziele vor.

Wie war Ihr erster Eindruck vom Sauerländer Besucherbergwerk?
Der war positiv. So, wie man 1974 mit dem Abbaubetrieb aufgehört hat, findet man viele Dinge immer noch vor. Und das sind natürlich echte Anknüpfungspunkte an einen Bergbau, wie er wirklich war. Das gilt ebenso für die Ausstellung. Allerdings gibt es auch Dinge, die auf einen modernen Stand weiterentwickelt werden müssen.

Wie wollen Sie das erreichen?
Wir müssen das deutlich machen, was in dem Begriff „Sauerländer Besucherbergwerk“ steckt. Das, wofür das Bergwerk steht – nämlich für Erleben und Echtheit. Die reine Technik oder die Darstellung von Sozialgeschichte sind oftmals dröge. Der Erlebnischarakter, den es unter Tage gibt, muss in den Museumsbereich überschwappen. Hier gilt es auch, neue Präsentationsformen zu entwickeln – vielleicht in Zusammenarbeit mit einer Hochschule.

Was heißt das konkret?
Erlebnischarakter bedeutet, dass ich Elemente habe, die ich selbst anfassen und ausprobieren kann. Wir müssen dazu anregen, etwas spielerisch herauszufinden. Das können auch Multimedia-Elemente sein – so etwas darf allerdings kein Selbstzweck sein, sondern es muss immer unseren Ausstellungszweck unterstützen. Nämlich, etwas selbst zu entdecken. Ein Beispiel: In der Waschkaue, wo die Bergleute früher ihre Kleidung aufgehängt haben, könnte es eine Station geben, an der Besucher visuell ihre Jacken aufhängen und hochziehen können. Wichtig ist, auf spielerische Weise Funktionen und Hintergründe erfassen zu können.

Bleibt denn auch etwas von einer „klassischen“ Ausstellung?
Unsere Ausstellungsstücke stammen aus dem echten Bergbau – deshalb sind sie unverzichtbar. Wir müssen aber die Präsentationsformen überdenken. Auch hier geht es darum, Exponate erlebbar zu machen. Ich plane außerdem, einen Museumsführer zu erstellen, der Besucher durch die Ausstellung führt und den man auch später zu Hause gern in die Hand nimmt.

Wird es auch Sonder-Führungen geben?
Ab Oktober möchte ich gern unsere Besuchergruppen am Eingang abholen und sie nach ihren Wünschen und Vorstellungen fragen. Es geht darum, die Erwartungshaltung der Leute herauszufinden und das für unsere Ausstellung umzusetzen. Es wird auch Führungen für Kinder oder Fachführungen geben – letztere nach Anmeldung.

Was ist für Kinder und Schulen geplant?
Das werden für uns ganz wichtige Besuchergruppen sein. Ich werde für Schulen museumspädagogisches Material erstellen – zum Beispiel, um Lehrer im Vorfeld zu informieren, welche Themenbereiche hier vorhanden sind. Dabei ist es nicht mein Ziel, dass Klassen hier durchlaufen und ein Quiz machen – das reicht heute nicht mehr. Schüler sollen Gelegenheit haben, hier eigenständig Themen aufzuarbeiten, vielleicht in Mini-Projekten. Selbst etwas tun und lernen – das ist für mich Museumspädagogik.

Welche Gruppen möchten Sie noch ansprechen?
Neben Kindern und Jugendlichen sind das auch die Senioren. Viele ältere Leute sind noch Zeitzeugen des Ramsbecker Bergbaus. Ich kann mir gut vorstellen, für sie „Mini-Vorträge“ anzubieten, in die sie sich dann selbst einbringen können. Im Idealfall hat das dann keinen Vortragscharakter mehr, sondern wird zu einem lockeren Gespräch bei Kaffee und Kuchen. Auch für die heimische Bevölkerung soll es Veranstaltungen geben. Wichtig ist es, unser Besucherbergwerk mit Leben zu füllen.

Sind auch Sonder-Veranstaltungen geplant?
Natürlich. Am 3. Dezember gibt es wieder die Barbara-Messe unter Tage. Und in Zusammenarbeit mit unserer Museumsgastronomie findet im November an drei Wochenenden der erste Martins-Markt hier statt - die historischen Bergbau-Zeugnisse werden so zur Kulisse für ein vorweihnachtliches Erlebnis für die ganze Familie. Schon jetzt können sich Interessierte unter Tel. 02905/851543 Standplätze sichern.

Welche Rolle spielt für Sie der Förderverein?
Eine sehr große Rolle. Ich wünsche mir da eine sehr enge Zusammenarbeit – etwa bei der Inventarisierung unserer Objekte oder bei Führungen im Museumsbereich. Das Wissen der Leute hier vor Ort ist immens groß, und ihr Engagement noch viel größer. Ich freue mich, wenn man solche Menschen hier einbinden kann – gemeinsam können wir so etwas Gutes auf die Beine stellen.

Für Rückfragen:
Jörg Fröhling
Gemeinsame Pressestelle der Hochsauerlandwasser GmbH, der Gemeinde Bestwig sowie der Städte Meschede und Olsberg
Tel. mobil 0160/7470451
Tel. 02904/987-121